Palmöl - nicht immer nur gesund
Beantragt war die Versicherung der Montage eines mit einem Zwölfzylinder Dieselmotor betriebenen Blockheizkraftwerkes (BHKW). Nachdem der Motor zunächst auf Heizölbasis gelaufen war, wurde er nun für den Betrieb mit Pflanzenöl modifiziert. Das Problem bei der Verwendung von Pflanzenöl als Brennstoff ist, dass das Öl nur temperiert eingesetzt werden kann und sich bei Abkühlung die Viskosität ändert, d.h. der Brennstoff sich verdickt. Deshalb müssen die Motoren mit Heizöl an- und abgefahren werden und der Pflanzenölbetrieb kann nur bei ausreichender Betriebstemperatur erfolgen. Nach 1.273 Betriebsstunden, davon ca. 1.000 Betriebsstunden mit Pflanzenöl, wurde im Schmierölbereich des Kurbelraumes ein Überdruck festgestellt, normalerweise müsste dort ein leichter Unterdruck herrschen. Der Motor wurde daraufhin sofort abgestellt. Im Zuge der folgenden Untersuchung zeigte sich bei allen Zylindern ein ähnliches Schadenbild. Anscheinend hat Ölkohle im Brennraum den oberen Kolbenring verklemmt. Der zweite Kolbenring wurde durchgeschlagen. So kam es zu einem Durchschlag vom Brennraum in den Schmiermittelraum des Kurbelgehäuses. Der gebrochene Kolbenring hat Riefen in der Buchse verursacht. Es mussten alle zwölf Zylinder mit Kolbenringen und alle zwölf Buchsen ausgewechselt werden, ebenso wie die Einspritzelement mit Einspritzdüsen. Die Zylinderköpfe konnten aufgearbeitet werden. Nach einigen Modifikationen bei Einspritzung und Temperaturführung läuft der Motor nun seit mehr als einem Jahr wieder störungsfrei.
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